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José Maria Eça de Queiroz
ISBN 3-936169-08-X |
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José Maria Eça de Queiroz (1845-1900), der mutmaßlich bedeutendste neuere portugiesische Dichter - trotz des Modernisten Fernando Pessoa - war der uneheliche Sohn aristokratischer bzw. großbürgerlicher Eltern. Als Jurist und Diplomat - er war Konsul in Bristol, Havanna und Paris - eignet ihm eine Weltläufigkeit, die die gleichzeitige deutsche Literatur der Keller, Raabe usw. nicht selten vermissen läßt. Der Vetter Basilio (1878), der zweite Roman Eças, besitzt bereits alle Merkmale des reifen Dichters: eine unsentimentale, konzise, gelegentlich mit wenigen Strichen gezeichnete Charakterisierung seiner Personen, eine mit kühler Ironie vorgetragene Kritik an der Dekadenz der portugiesischen Gesellschaft und eine Vorliebe für verwickelte, bis in Bereiche des Kriminalistischen reichende Handlungsabläufe. Luisa, mit einem Ingenieur verheiratet, der auf eine mehrmonatige Dienstreise geht, trifft sich mit ihrer Jugendliebe, ihrem Vetter Basilio. Dieser hat einiges, was der Ehemann nicht bietet. Er ist stets elegant gekleidet, was selbst in dem mondänen Sintra für Aufregung sorgt. Ihn umweht die Luft der großen Welt, hat er doch Konstantinopel, Paris und Brasilien besucht, von wo er wohlhabend zurückkehrt. Er verführt seine Cousine. Die Liebesbriefe werden von der bigotten Haushälterin abgefangen, die ihre Herrin erpreßt. Nachdem die peinliche Lage schon bereinigt war, gerät dem zurückgekehrten Ehemann ein Brief des nach Frankreich verreisten Liebhabers in die Hände, was zur Katastrophe führt. Der Leser wird nicht im Zweifel gelassen, daß wir uns mit Eça de Queiroz, dem "Realisten", bereits im Zeitalter des kaum verborgenen Nihilismus befinden, endet doch der Roman mit der zynischen Bemerkung des Grafen Reinaldo, des Freundes von Basilio: "Aber im Grunde war es doch eine rein animalische Angelegenheit". |