Russell Grenfell
Winston Churchill

 

 

 

ISBN 3-936169-04-7
212 Seiten, Register, 6 Abb., EUR 20,- (vergriffen)

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Winston Churchill, Herzog von Marlborough, der sich nicht ohne Selbstüberhebung als Soldier of Christ bezeichnete, steht im Mittelpunkt der Untersuchung von Russell Grenfell, die 1954 unter dem Titel Bedingungsloser Haß? erschien und hier dem deutschen Publikum erneut vorgestellt wird.

Grenfell, hoher Offizier der British Army, der Churchill jahrzehntelang aus nächster Nähe beobachtete, bietet eine schonungslose Abrechnung mit dessen Politik, die nicht nur durch den britischen cant, Heuchelei also, gekennzeichnet ist, sondern schließlich zur Zerstörung des British Empire und zur Bolschewisierung halb Europas bis zur Werra führte. Der Autor vertritt die Ansicht, daß bei klügerer Abwägung der Lage England nicht in den Zweiten Weltkrieg hätte eintreten müssen, da der deutsche Diktator dieses Land nicht anzugreifen beabsichtigte, was heute quellenmäßig als gesichert gelten kann, der deutschen Öffentlichkeit  jedoch vorenthalten wird.

Diese Sicht der Dinge stempelt Grenfell zu einem Vorläufer des sog. Revisionismus, der, gipfelnd in den monumentalen Arbeiten von David L. Hoggan, C.C. Tansill und A.J.P. Taylor, unbeeindruckt von der weltweit verbreiteten antideutschen Propaganda, zu einer neuen Bewertung der Sachlage in Hinblick auf Ursachen und Entstehung des Zweiten Weltkriegs kommt. Churchill, zunächst ein Bewunderer Hitlers, verbündete sich später mit dem von Roosevelt zärtlich "Onkel Joe" genannten sowjetischen Diktator Stalin und machte damit deutlich, daß seine Politik nichts mit humanity, der Rettung von Juden oder anderen hehren Zielen zu tun hatte, sondern ausschliesslich der Vernichtung Deutschlands - nicht etwa der NS-Diktatur - diente und damit schieren machtpolitischen Zwecken.

Ähnlich wie sein Landsmann Emrys Hughes kommt Grenfell damit schließlich zu einer vernichtenden Kritik der Politik Churchills, einer Umwertung aller Werte. Die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 mit zahllosen deutschen Opfern, zu einem Zeitpunkt, als das Ende des Krieges längst abzusehen war, sowie die Vernichtung der deutschen Zivilbevölkerung in unzähligen anderen Städten nennt Grenfell unumwunden einen Rechtsbruch. Ein eindringliches Kapitel, betitelt "Schuld und Unschuld der Nationen", eröffnet welthistorische Perspektiven insofern, als die Schuld anderer Völker thematisiert und damit eine gewisse Entlastung der Deutschen herbeigeführt wird, die jeden politisch interessierten Zeitgenossen zum Nachdenken anregen sollte.

Das 15. Kapitel schließlich setzt sich mit der geplanten Weltregierung auseinander, die Grenfell ablehnt, da er sie sich nur als totalitäre Herrschaft bestimmter Machtgruppen vorstellen kann.